Deutscher Gewerkschaftsbund

Betriebliche Kinderbetreuung

 

Der Ausbau der Kinderbetreuung ist entscheidend für eine gute Vereibarkeit von Familie und Beruf. Die Möglichkeiten des betrieblichen Engagements reichen von geförderter Kinderbetreuung über familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Angebote während der Elternzeit bis zur Freistellungsmöglichkeit wegen Pflegeaufgaben.

Die Anzahl von Betriebs- und Verwaltungskitas hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Während im Jahr 2002 insgesamt 272 Tageseinrichtungen für Kinder von Betriebsangehörigen bestanden ist die Zahl 2009 auf 403 gestiegen (Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2010). Mit einem Anteil von 0,8 % an allen Kindertageseinrichtungen bleibt der Anteil der betrieblichen Kinderbetreuung aber sehr bescheiden.

Formen der Kinderbetreuung

  • Halbtagskindergarten (mit wöchentlichen Öffnungszeiten zwischen 15-20 Stunden)
  • Regelkindergarten (Vor- und Nachmittags, unterbrochen durch eine Mittagspause)
  • Kindergarten mit verlängerten Öffnungszeiten (mind. 6 Stunden ununterbrochen geöffnet)
  • Integrative Kindergärten (mit mind. zwei behinderten Kindern)
  • Ganztagskindergärten (ganztags durchgehend geöffnet, mit Mahlzeiten und Schlafmöglichkeiten)
  • Krippe (stundweise oder ganztägigen Betreuung von Kindern bis 3 Jahren)
  • Hort (Ergänzung zum Schulunterricht, Betreuung mit Mittagessen, mind. 5 Stunden nachmittags)
  • betrieblich unterstützte Kinderbetreuung (Betriebskita)

Betreuungsmodelle und Kooperationen

Es muss ja nicht gleich die eigene Betriebskita sein. Gerade viele kleine und mittlere Unternehmen scheuen vor den hohen Investitions- und laufenden Kosten und vor der Verantwortung eines Betriebskindergartens zurück. Das muss allerdings nicht heißen, dass sich das betriebliche Engagement nicht realisieren lässt. Kostengünstigere Modelle wie beispielsweise der Erwerb von Belegplätzen oder das Sponsoring von Tagespflegeplätzen sind bereits in der Praxis erprobt und bieten eine ökonomische Alternative zum Betriebskindergarten. Problematisch ist hierbei, dass die Öffnungszeiten nicht den Arbeitszeiten der beschäftigten Eltern angepasst werden können.

Vielen Eltern ist bereits mit einem Vermittlungs- und/oder Beratungsangebot geholfen, z. B. durch eine Tagesmutterbörse oder ein Notfallbetreuungsdienst (z. B. www.elternservice-awo.de, oder überregionale Verbünde: Infos unter www.lbff.de). Betriebliche Unterstützung finanzieller (Kinderbetreuungskostenzuschuss, siehe Download unten) oder personeller Art werden ebenfalls praktiziert.

Balkengrafik mit 10 verschiedenen Kinderbetreuungsformen

Formen betrieblicher Kinderbetreuung BMFSFJ 2008, Quelle: BMFSFJ 2008, Unternehmen Kinderbetreuung, Praxisleitfaden für die betriebliche Kinderbetreuung

Unser Newsletter

Unser aktueller Newsletter (April 2017) ist hier einzusehen. Viermal im Jahr informieren wir damit über aktuelle Studien, Artikel, Aktionen und Neuigkeiten aus dem Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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